THE DAY HAS 86.400 SECONDS

Kabinet T. Gallery, Zlín, Tschechien

THE DAY HAS 86,400 SECONDS

Digitale Collagen, Ölfarbe auf Papier, Pigmentdruck auf Hahnemühlepapier, Druck auf Papier und Gewebe, skulpturale Objekte, Film

2026

Größe: Variabel

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Die Ausstellung THE DAY HAS 86,400 SECONDS nimmt Zlín zum Ausgangspunkt: eine Stadt, die von modernistischer Architektur, industriellem Rhythmus und der utopischen Idee eines geplanten Arbeits- und Lebensalltags geprägt ist.

Der Titel verweist auf die 86.400 Sekunden eines Tages — Momente, die als offene Zeit verstanden werden können, zugleich aber auch als gemessene, kontrollierte und ökonomisierte Zeit. In der Ausstellung entfalten sich diese Spannungen in digitalen Collagen, architektonischen Fragmenten, urbanen Bildern, Plakatwänden, Malerei, Film und geschichteten Oberflächen. Es entsteht eine assoziative Installation zwischen öffentlichem Raum, privatem Interieur, Erinnerung und Projektion.

Für die Ausstellung wurde die sichtbare Trägerstruktur des Galerieraums in einem spezifischen Zlín-Grün gestrichen. Dieses Grün ist in Zlín eng mit den Stahlträgern und Stahlkonstruktionen der Industriearchitektur verbunden. Es erscheint als funktionale Farbe im Stadtraum und prägt die visuelle Sprache der Gebäude.

Die skulpturalen Setzungen monumentaler Trägerformen greifen dieses Vokabular der Architektur auf, entziehen es jedoch seiner Funktion. Zweckbefreit stehen sie im Raum: als bildhafte Fragmente einer industriellen Ordnung, zwischen Konstruktion, Skulptur und Inszenierung.

Die Rorschach-Studien übertragen das Prinzip der symmetrischen Klecksform in ein malerisches Verfahren aus Abdruck, Faltung und Spiegelung. Mit Ölfarbe auf Papier entstehen Bilder zwischen Abstraktion, Projektion und individueller Lesbarkeit.

Innerhalb der Installation bilden sie einen analogen Gegenpol zu den digitalen Collagen und zur industriellen Ordnung Zlíns — zu Raster, Wiederholung, Funktionalität und getakteter Zeit. Sie verweisen auf das, was sich der Ökonomisierung des einzelnen Lebens entzieht: Wahrnehmung, innere Bilder, Emotionen und persönliche Erfahrung. Rot und Grün verweisen auf Backstein und Stahl als prägende Materialien der Stadt, erscheinen hier jedoch als offene, subjektive Bildzeichen.

Der 12-minütige Film verbindet Archivmaterial aus Zlín, digitale Fragmente und KI-generierte Sequenzen zu einer assoziativen Montage aus Fabrikhallen, Nähmaschinen, Arbeiter:innen, Gärten, Wohnräumen, technischen Platinen und schlafenden Körpern. Entwickelt für THE DAY HAS 86,400 SECONDS, folgt die Arbeit dem Prinzip 8–8–8 – acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf. Der 24-Stunden-Rhythmus wird in drei gleich lange filmische Sequenzen verdichtet. Ein pulsierender Takt durchzieht die Bildfolgen und verschränkt industrielle Zeitordnung mit körperlicher Wahrnehmung. Der Film zeigt Zeit als organisierte, ökonomisierte und zugleich fragile Struktur des Lebens.

Film